Diagnose „Nicht zu doof“

Seit 16 Jahren beobachte ich, dass meine Oberschenkel trotz täglichem Sport und gesunder Ernährung immer dicker werden (und nicht nur weil da weiß Gott riesige Muskeln drunter wären). Ich bekam ständig blaue Flecken, die Haut war kalt und die Beine fühlten sich schwer an und als hätte ich leichten Dauer-Muskelkater. Jahrelang dacht ich „Ich bin halt so. Doof, is aber so.“

Das ich als Jugendliche immer gehänselt wurde wegen meiner Stampfer führte dazu, dass ich seit 16 Jahren selbst bei 40 Grad im Sommer nur in langen Hosen anzutreffen bin.

Mein Freund und meine Mutter machten mir jetzt allerdings Mut meinen Hausarzt doch einmal darauf anzusprechen, da er sonst ja auch bisher immer ein offenes Ohr für alle Sorgen hatte. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und zeigte ihm meine Beine und erzählte ihm die ganze Story. Er sah sich alles genau an, machte diverse Drucktests und empfahl mich mit einer Überweisung an einen Spezialisten, da er fand meine Beine wären in der Tat sehr geschwollen.

Als ich beim Spezialisten anrief wurde mir allerdings gesagt, dass man mit dieser Verdachtsdiagnose keine Patienten mehr annahm. Da würden im Moment zu viele kommen. Na prima.

Also konsultierte ich noch einmal die guten Feen im Vorzimmer meines Hausarztes und die nannten mir einen weiteren Arzt in der Umgebung, bei dem ich sogar schon Patientin war.

Also dort angerufen und die Lage kurz geschildert. In einer Woche sollte ich am Donnerstag um 08:20 Uhr vorbeikommen.

Und auch der Spezial-Doc nahm sich viel Zeit, hörte sich meinen Bericht an und stellte mir einige Fragen. Dann wurde ich gründlich ge-ultraschallt.

Erst einmal prüfte er meine Venen um sicherzugehen, dass es zwischen Hüfte und Zehen keine Verschlüsse oder Verengungen gab – Da gab es schon einmal Entwarnung. Alle Venen waren in bester Verfassung.

Dann scannte er meine Oberschenkel ab um die Dicke des Unterhautfettgewebes zu messen. Eine Dicke von 0,6cm wäre völlig normal. Meine Schicht betrug allerdings 1,5cm.

Diagnose: Leichte Veranlagung zum Lipödem.

Oder auf Deutsch „Frau Messerschaf, sie sind nicht zu doof zum Abnehmen. Das ist eine Erkrankung und hat nichts damit zu tun, dass sie zu wenig Sport machen oder zu viel Essen“

(DANKE! Zumindest diesbezüglich fiel nun nach 16 Jahren ein gewaltiger Stein von meiner Seele)

1.Behandlungsstufe: Kompressionsstrümpfe oder –Strumpfhosen (Da ich mit halterlosen Strümpfen allerdings aussehe, wie die Frau vom Michelin-Männchen, entschied ich mich für die Strumpfhosen-Variante.)

Im Mai würden wir uns wiedersehen und besprechen, wie ich damit zurechtkam und weitere Schritte besprechen.

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Über Messerschaf

Ich bin eine Österreicherin, die in Deutschland lebt und vom eigenen Bauernhaus mit großem Garten träumt. Ich liebe das Leben, zu schreiben, fotografieren und einfach in der Natur zu sein. Neben dem Krafttraining bin ich eine leidenschaftliche Bäckerin, dafür beim Kochen leider etwas unbegabt! Das wiederrum kann mein Goldschatz, den ich vor 5 Jahren kennengelernt habe und seit 2 Jahren mein Ein nennen darf, perfekt drauf. Bin ein klein bisschen verrückt und habe mir einen Teil meiner kindlichen Unbeschwertheit bewahrt. Ich lache nicht nur allgemein sehr gerne, sondern auch mal über mich selbst, denn ein bisschen tollpatschig bin ich schon!
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2 Antworten zu Diagnose „Nicht zu doof“

  1. Jane Blond schreibt:

    Wenigstens trägst du es mit Humor

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