Tag 5 – 12.07.2014 : Eine steirische Hochzeit

Heute war der tag gekommen, weswegen wir den Weg in die Steiermark gemacht hatten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück warfen wir uns in Schale. Was mich betraf hatte ich mir eigens für diesen Anlass einen Rock und ein Oberteil im Landhausstil zugelegt und konnte kaum erwarten es anzuziehen.

Um 11 Uhr trafen wir uns dann mit einem Teil meiner Onkels und Tanten und meinen Eltern bei meiner Oma vor dem Haus. Von dort aus ging es mit 4 Autos weiter zum Wohnort von Braut- und Bräutigam. (Wenn die beiden noch getrnnt gewohnt hätten, wären sie jeweils in ihrem Heim mit Böllerschüssen geweckt worden. Danach hätte sich die jeweilige Verwandtschaft bei dem einen oder anderen eingefunden. Anschließend würde der Bräutigamm dann mit seiner ganzen Verwandtschaft zur Braut fahren. Dort müsste er erst einmal eine falsche Braut auslösen, bevor er die richtige bekommt.)

Beim zukünftigen Brautpaar gab es dann erst einmal Live-Musik, jede Menge Naschereien und natürlich Bier und Wein im Überfluss (und alkoholfreies für die Kinder). Nun gab es auch ein Wiedersehen mit der restlichen Verwandtschaft (wobei leider trotz allem immer noch einige Cousinen und Cousins mit ihren Partnern / Familien fehlten, weil sie nicht kommen konnten). Mein Schatz wurde auch in die letzten Kreise noch eingeführt und fand sich schnell neben meinem Cousin wieder, die lebhaft diskutierten.

Meine Mutter stellte mich derweil auch ihren Halbgeschwistern vor und ich hatte wirklich Probleme alle zuzuordnen.

Während wir schon ein wenig feierten, befestigte ein Wichtel heimlich Schlüpfchen an an allen Autos.

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Um 14 Uhr sollte die Trauung im Standesamt St. Stefan stattfinden. Also hieß es um 12:30 „Aufsitzen“ (kein Witz) und jeder bestieg sein Gefährt. nach etwa 50 Metern mussten wir diese bereits wieder abstellen, da es Zeit wurde für eine nächste Tradition: das Straße absperren.

Die Arbeitskolleginnen meiner jetzigen Tante, hatten eine Absperrung errichtet und das Brautpaar musste sich als leidenschaftliche Tänzer nun den Weg in einem tanzspiel freitanzen. Währenddessen gab es natürlich wieder Live-Musik und jede Menge alkoholischer Getränke. Prost.

Bevor es nach erfolgreichem Abschluss der prüfung losgehen konnte, wurde ein Seil quer gespannt und die Insassen eines jeden Autos warfen einige Münzen in die hingereichten Körbe als kleines Dankeschön für die gute Unterhaltung.

An der Wegmündung von der kleinen Straße auf die Hauptsraße stand die Feuerwehr mit großen Löschfahrzeugen und hielt den Verkehr an, damit das Paar und die Hochzeitsgesellschaft in einer Kolonne und unter lautem Tatüüüütatüüüü der Martinshörner losfahren konnten.

Kurz vor dem Standesamt wurden wir dann von einer Polizistin herausgewunken, die sich als Vereinskameradin meiner Tante entpuppte. Hier musste der Bräutigamm unter den Anfeuerungsrufen der Gäste seine Braut und die beiden Trauzeugen mit einer Schubkarre durch einen Hindernissparcour schieben.

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Die Gläser waren voll (und ich werde den selbstgemachten Baileys nicht vergessen – der war sooo lecker) und die Stimmung bestens. Auch hier durfte erst jedes Auto das Seil apssieren, nachdem es einige Münzen gespendet hatte. (Wenn also einer von Euch zu einer steirischen Hochzeit eingeladen wird – nehmt viel Kleingeld mit. Je nachdem in wie vielen Vereinen etc. das Brautpaar ist kann so eine Absperrerei durchaus auch mal 2 Stunden gehen).

Im Standesamt durften wir einer wunderschönen Trauung lauschen bei der auch gelacht und applaudiert wurde.

Anschließend ging es in die gegenüberliegende Kirche wo der Pfarrer dem Paar in einem kleinen Gottesdienst seinen Segen mit auf den Weg gab. (Kirchlich darf mein Onkel nicht mehr heiraten, weil er bereits schon einmal verheiratet war). Untermalt wurde der Gottesdienst von Blasmusik – wunderschön!

Als das Paar und die Gäste dann aus der Kirche auszogen wartete schon die Blaskapelle der Stadt, in der mein Onkel Mitglied ist, und spielte auf. Auch hier gab es Schnaps und meine Tante musste sich als Dirigentin beweisen, bevor wir geschlossen und mit viel Gehupe zur Pension Reinbacher aufbrachen (ahnt Ihr jetzt warum wir dort unser Zimmer gebucht haben?).

Zum Empfang gab es neben Live-Musik der Band Alpentraum auch einen ersten Umtrunk. Ich wählte das seltsame rote mit dem Strohhalm – und ich kam nicht mehr davon los. Unglaublich lecker!!!!!

Schilerol!

Die steirische Antwort auf Aperol. Nur besser.

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Gemischt wird er folgendermaßen:

1/8l Schilerol + 1/8l Soda + Eiswürfel mit Zitronenscheibe und Minzeblatt verfeinert

NJAM!

Anschließend gab es Essen und Musik. Es wurde getanzt und es wurden Spiele gemacht bis in die späte Nacht. Wir waren leider Weicheier und sind schon um 0:00 Uhr ins Bett gefallen, weil wir so lange Tage nun einfach nicht gewohnt sind und es sooo viel Neues gab an diesem Tag.

 

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Über Messerschaf

Ich bin eine Österreicherin, die in Deutschland lebt und vom eigenen Bauernhaus mit großem Garten träumt. Ich liebe das Leben, zu schreiben, fotografieren und einfach in der Natur zu sein. Neben dem Krafttraining bin ich eine leidenschaftliche Bäckerin, dafür beim Kochen leider etwas unbegabt! Das wiederrum kann mein Goldschatz, den ich vor 5 Jahren kennengelernt habe und seit 2 Jahren mein Ein nennen darf, perfekt drauf. Bin ein klein bisschen verrückt und habe mir einen Teil meiner kindlichen Unbeschwertheit bewahrt. Ich lache nicht nur allgemein sehr gerne, sondern auch mal über mich selbst, denn ein bisschen tollpatschig bin ich schon!
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2 Antworten zu Tag 5 – 12.07.2014 : Eine steirische Hochzeit

  1. arjana schreibt:

    Liebe Moni, hab mich jetzt ganz fesseln lassen von deinem schönen Bericht hier. So viel Interessantes und du beschreibst all das, das ich mich fast fühle als wäre ich dabei. Dankeschön dafür! So schöne Traditionen einer Hochzeit und du wirst es ewig in deinen Erinnerungen haben.
    Ich freue mich immer mit dir, dass du all das erleben darfst und so eine schöne Zeit hast.
    Yammi, das Getränk würde mir sicher auch schmecken 😉
    Ich lasse dir ganz herzliche Grüße hier, du Liebe, deine Arjana.

    • messerschaf schreibt:

      Liebe Arjana. Ich freue mich, dass Du so mitfühlen konntest und das ich das gefühl ein weniger vermitteln konnte. Es ist einfach herrlich, wenn man ein Plätzchen hat, an dem man sich heimisch fühlt.
      Ich werde die Tage auch wieder einmal bei Dir vorbeischauen, ich bin schon ganz gespannt, was so alles passiert ist während ich weg war.

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