Tag 3 – 10.07.2014 Station 2: Bundesgestüt Piber

Auch hier geht mein herzlicher Dank an das Team des Gestüts Piber, die sich diesen Beitrag vorab durchgelesen haben und mir erlaubt haben ihn hier mit den Bildern zu veröffentlichen 🙂

In meiner Kindheit, war ich ein totaler Pferdenarr (und bin es bis heute geblieben). Als ich damals mit meinen Eltern zu Besuch in der Steiermark war, machten sie mit mir einen Tagesausflug in das Bundesgestüt Piber – ein Ausflug, den ich bis heute nicht vergessen habe. Ein Andenken von damals – ein Hufnagel mit dem Zeichen des Gestüts – verwahre ich bis heute wie einen ganz besonderen Schatz. Diese wunderschönen Kindheitserinnerungen waren der Grund, warum ich nun als Erwachsene gerne noch einmal dorthin zurückkehren wollte und warum ich es meinem Freund bei seinem ersten Besuch in meiner Heimat unbedingt zeigen wollte.

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Als wir auf dem Parkplatz des Gestüts ankamen, begann es leicht zu regnen. Doch ich war hier und ich würde mich von dem bisschen Wasser nicht davon abhalten lassen die wunderschönen Lipizzaner zu besuchen.

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Schritt für Schritt wanderten wir den schmalen Weg bergan, bis wir zu einem Gebäude kamen, an dem wir die Karten für die Besichtigung erwerben konnten.

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Die Führung sollte erst in 30 Minuten starten, doch da wir auch schon bald in unserer Pension einchecken mussten, beschlossen wir dieses Mal das Areal auf eigene Faust zu erkunden.

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Einige Informationen vorweg:

Das Bundesgestüt Piber ist seit 1920 das einzige Gestüt in Österreich, das die Lipizzanerhengste züchtet, die in der spanischen Hofreitschule in Wien auftreten. Lipizzaner sind die älteste Kulturpferderasse Europas und besonders wegen ihrer Gutmütigkeit und ihre Intelligenz geschätzt.

Auf dem Weg durch das Gestüt kann man an liebevoll gestalteten Informationstafeln Wissen über Zucht, Haltung und Ausbildung der weißen Pferde aber auch über Pferde im allgemeinen sammeln. Neben Junghengsten, Jungstuten und Mutterstuten mit ihren Fohlen, leben dort auch die pensionierten Schulhengste der Spanischen Hofreitschule, die dort nach Jahren der Arbeit ihren verdienten Lebensabend verbringen dürfen.

Wer jetzt schon neugierig geworden ist kann hier mehr über das Gestüt aber auch über die Spanische Hofreitschule erfahren:

http://www.piber.com/

Als wir durch das Drehkreuz traten, standen wir bereits in der wundervoll und offen gestalteten Anlage. Zur rechten befanden sich die verschiedenen Stallungen der Jungstuten und Junghengste, zur linken der Stall für die Stuten mit ihren Fohlen.

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Ehrfürchtig betrat ich den ersten Stall und war sofort wieder fasziniert von der Schönheit und Erhabenheit der Lipizzaner. Kaum, dass wir den hellen Raum betreten hatten, kamen die Junghengste auch sofort neugierig näher, um ihre zweibeinigen Besucher zu betrachten.

Wir ließen uns Zeit die verschnörkelten Tafeln zu lesen, die vor jedem Stall angebracht waren und die dem Besucher Namen, Abstammung und Ausbildungsstand des Lipizzaners in der jeweiligen Box verrieten. Allein durch die Art und Weise wie diese Informationstafeln geschrieben waren, konnte man auch ohne Hintergrundwissen bereits erahnen wir sehr diese Pferde geschätzt werden.

Nachdem wir die Junghengste und Jungstuten eingehende betrachtet hatten, schlenderten wir hinüber zu jenem Stall, in dem die Stuten mit ihren Fohlen untergebracht waren. Als ich diesen Abschnitt des Gestüts betrat, war ich sofort wieder Kind und hätte problemlos Stunden dort verbringen und den Lipizzanern zusehen können.

Ich glaube mein Blick auf diesem Bild sagt alles:

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Auf der anderen Seite dieser Stallung befand sich die Schmiede, in der man verschiedene Werkzeuge und Hufeisen betrachten, aber auch erfahren konnte, welche verschieden Arten von Beschlägen es gibt und wann diese angewandt wurden.

Zu gerne hätte ich mehr Zeit dort verbracht und mich noch einer Führung angeschlossen. Wenn man allerdings, wie wir, nur wenige Tage Zeit hat, muss man jede Minute nutzen.

Mir war es wichtig gewesen, meinem Freund meine Faszination für diese weißen Pferde näher zu bringen, eine Rasse die so eng mit meiner Heimat verbunden ist und deren Anblick für mich immer ein Stück dieses Heimatgefühls zurückbringt – und ich denke, das habe ich geschafft.

Ich hoffe ich habe auch Euch ein wenig neugierig gemacht. Alleine die Geschichte der Lipizzaner liest sich wie ein Drehbuch für einen Film und wer sich für Pferde interessiert, dem kann ich nur ans Herz legen sich diese einmal zu Gemüte zu führen –oder aber das Gestüt Piber oder eine Vorführung in der Spanischen Hofreitschule zu besuchen und diese zauberhaften Wesen einmal hautnah zu erleben.

Ich weiß eines gewiss: Ich werde an diesen wundervollen Ort zurückkehren.

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Über Messerschaf

Ich bin eine Österreicherin, die in Deutschland lebt und vom eigenen Bauernhaus mit großem Garten träumt. Ich liebe das Leben, zu schreiben, fotografieren und einfach in der Natur zu sein. Neben dem Krafttraining bin ich eine leidenschaftliche Bäckerin, dafür beim Kochen leider etwas unbegabt! Das wiederrum kann mein Goldschatz, den ich vor 5 Jahren kennengelernt habe und seit 2 Jahren mein Ein nennen darf, perfekt drauf. Bin ein klein bisschen verrückt und habe mir einen Teil meiner kindlichen Unbeschwertheit bewahrt. Ich lache nicht nur allgemein sehr gerne, sondern auch mal über mich selbst, denn ein bisschen tollpatschig bin ich schon!
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