Die einfach Art sich Freunde zu machen

Meine Eltern wohnen in einem Weinbaugebiet. Ihr Vermieter, drei Bauernhöfe und noch einige Glückliche hatten vor Jahrzehnten die Erlaubnis bekommen, ihre Häuser an den Berg zu bauen. Danach wurde alles drum herum zum Naturschutzgebiet – mit Recht, wenn ich die Vielfalt der Vögel und Blumen betrachte, die mein Vater schon aufgespürt hat.

So. Jetzt gibt es da aber einen ehemaligen Ortsvorsteher, der schon sehr angenehm dadurch aufgefallen ist, früh morgens oder spät abends mit seiner leisen und spritsparenden Corvette durch den Ort kurvt. (Für alle Stadtbewohner: Ein Ortsvorsteher ist so eine Art Mini-Bürgermeister, wenn ein Dorf zu wenige Einwohner hat).

Dieser gute Mann ist jetzt natürlich wohlverdient in Rente und stolzer Besitzer des Weinbergs, der direkt ans Haus meiner Eltern grenzt- genau: Das Naturschutzgebiet. Nachdem schon einige dutzend Leute bei dem Versuch abgeblitzt sind, eine Baugenehmigung für diesen Berg zu bekommen, wurde sein Vorhaben dort eine Villa zu errichten nur zart belächelt… Wie auch immer. Einige Jahre (und ich schätze einige Tausende Euro) später, hat er plötzlich eine Baugenehmigung. Das wiederrum freut natürlich alle… also im negativen Sinne.

Natürlich braucht so ein Haus eine Verbindung zur offiziellen Straße inklusive Wasser- und Stromleitungen. Das alles wurde in einer Nacht- und Nebel-Aktion verlegt UND zwar auf Kosten der Stadt!!!! (Schön als Ex-Ortsvorsteher. Alle anderen musstes das selbst zahlen!) Seine Beliebtheit steigt. (Tja im Dorf kann man sowas halt nicht geheim halten)

Als zweiter Schritt wurde quer durch den Weinberg eine Straße asphaltiert (Dank Spottdrossel weiß ich, dass es nicht geteert wird!) – sieht ja soooo schön aus. Anstatt sich mal kurz mit den künftigen Nachbarn kurzzuschließen und Lärm etc. zu entschuldigen fängt er einfach mit dem Bau an. Man muss dazu sagen: Auf diesem Berg ist wirklich wenig Platz für so massive Baufahrzeuge. Es gibt eigentlich nur einen Platz wo so ein LKW umdrehen kann und das ist direkt auf dem Pferdehof.

Während der Vermieter meiner Eltern sich beim Ausbau seiner Villa mit den Nachbarn abgesprochen und ihnen auch einen gewissen Betrag gezahlt hatte, war es für seine Gewerke kein Problem: Sie durften die Fläche auf dem Reiterhof nutzen. Der Ex-Ortsvorsteher denkt, dass kann er auch – aber ohne mit den Grundstücksbesitzern zu sprechen. Seitdem stehen da direkt an der Straße einige schicke Pfosten (natürlich gut einbetoniert) zwischen denen noch schönere Metallketten gespannt sind. Das wars mim Wenden.

Statt Naturschutzgebiet prangt da jetzt ein schickes Erdloch und über dem Haus meiner Eltern schwebt ein Kran… Toll. (Ich bete, dass kein Sturm kommt, sonst liegt der Kran nämlich irgendwann auf dem Dach meiner Eltern).

Schön oder?

 Kran Berg

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Über Messerschaf

Ich bin eine Österreicherin, die in Deutschland lebt und vom eigenen Bauernhaus mit großem Garten träumt. Ich liebe das Leben, zu schreiben, fotografieren und einfach in der Natur zu sein. Neben dem Krafttraining bin ich eine leidenschaftliche Bäckerin, dafür beim Kochen leider etwas unbegabt! Das wiederrum kann mein Goldschatz, den ich vor 5 Jahren kennengelernt habe und seit 2 Jahren mein Ein nennen darf, perfekt drauf. Bin ein klein bisschen verrückt und habe mir einen Teil meiner kindlichen Unbeschwertheit bewahrt. Ich lache nicht nur allgemein sehr gerne, sondern auch mal über mich selbst, denn ein bisschen tollpatschig bin ich schon!
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3 Antworten zu Die einfach Art sich Freunde zu machen

  1. Flohnmobil schreibt:

    😦
    😦
    😦

  2. Spottdrossel schreibt:

    Ja, alle Menschen sind gleich, aber manche sind gleicher…
    Wir hatten daheim im Dorf so eine Frühstücks-Connection, Bauunternehmer, Architekt und Bürgermeister, die sich regelmäßig trafen und plötzlich konnten bei uns im stinknormalen Wohngebiet plötzlich Mehrfamilienhäuser stehen. Aber so eine Baulücke zu schließen ist weniger ärgerlich, als wenn plötzlich die lokale Prominenz im NSG hockt (oder dicht dran).
    Haben Deine Eltern irgendwie Kontakte in den Gemeinderat? Wenn ich dran denke, wie Anlieger normalerweise zur Kasse gebeten werden, ist dieses Rundum-sorglos-Paket in Sachen Straße und Strom im Außenbereich schon höchst interessant (gibts beim SWR auch solche Meckersendungen..?).
    Was muß der mit seiner Corvette eigentlich kompensieren?

    • messerschaf schreibt:

      Im Naturschutzgebiet sind viele gleicher je größer der Geldbetrag, den sie auf den Tisch legen. Alle Anwohner haben ihre Zugänge Kanaltechnisch selbst tragen müssen aber der Herr Ex-Gemeinderat, der net. DER bekommt den Hintern nachgetragen. Es gibt auch einige Leute, die dort auch gern gebaut hätten und die mit ihren Klagewellen den Bau immer wieder zum Stocken bringen *ggg* Tja, doof. Der hat glaub ich ne ganze Menge zu kompensieren, der tickt irgendwie nicht ganz sauber

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