Msserschafs kuriose Kochgeschichten

Da ich seit letzter Woche in Besitz eines Mörsers bin (Nein, keiner mit dem man rumballern kann, sondern so ein kleines Schälchen mit einem Stößel) und nach einigen Kochstunden bei meinem Vater genug Mut gefasst hatte, stand gestern das Projekt „Schweinekrustenbraten“ auf dem Tagesplan.

Ein kurzer Blick in Schubecks Küchengeheimnisse verriet mir, wie ich angeblich auch die Schwarte genießbar zaubern konnte. Das musste versucht werden.

Mutig warf ich also nach Vaters Manier Kräuter und Gewürze in den Mörser und zerstampfte sie zu kleinen Krümeln, damit man später beim Essen nicht auf böse Überraschungen biss. Dann noch Knoblauch klein geschnitten und die Schwarte des Bratens karoförmig eingeritzt. In die Spalten verteilte ich nun großzügig Gewürzmischung und Knoblauch und rieb mit das restliche Fleisch ein.

Nächster Punkt „Braten auf die Krustenseite in einen Bräter setzen und 400ml Gemüsebrühe hinzugeben“ – Gesagt, getan. Und dann ab für 3 Stunden bei 140° Umluft in den Backofen (mit Deckel natürlich).

Nach der vorgegebenen Zeit roch es schon ganz manierlich und auch die Nachbarn wussten „Aha, im Hause Schaf wird gekocht!“ Also Deckel runter und den Braten rumgedreht. Positiv fiel jetzt schon auf, dass beim Herumdrehen ein Teil der Schwarte bereits herunterpurzelte. Na so hatten wir nicht gewettet. Andererseits musste die wirklich superzart sein. Noch einmal ein bisschen Gemüsebrühe abrühren und zugeben, da die alte sich verdünnisiert hatte und weiter gings. Ich war gespannt. Der Ofen wurde auf 220° hochgejubelt und das Schwein noch einmal 30 Minuten unterm Grill gebräunt.

Voll Spannung schnitt ich also nach über 3 1/2 Stunden unser Abendessen an. Es roch fantastisch, das Fleisch war zartrosa und saftig innen. Die Oberseite der schwarze knusperte verheißungsvoll beim Anschneiden…

Und nach dem ersten Bissen wusste ich: irgendwas war bei der Berechnung des Verhältnisses von Gemüsebrühe-Pulver zu Wasser schief gelaufen… Himmel, war DAS salzig! Ich schmollte aber mein Schatz war begeistert und aß fröhlich vor sich hin. Und das Wichtigste, was ich nicht glauben wollte: Die Schwarte war nicht nur essbar, Nein, sie war unsagbar lecker!!!! Und ich bin eigentlich jemand, die an vielen Schweinesteaks das Fett wegschneidet weil es echt übel schmeckt.

Naja wenn man das Salz wegdachte muss ich sagen, hab ich dieses Mal wirklich sehr gut gewürzt. Es besteht also Hoffnung, dass ich neben dem Backen doch noch Kochen lerne.

Besten Dank vor allem an mein Herzblatt, der wirklich nie meckert bei dem was ich ihm vorsetzte und immer ein gutes Wort findet, auch wenn es, wie gestern, wirklich total versalzen war.

P.S. Als ich dann meiner Mutter das Missgeschick per Kurnachricht übermittelte, kam ein zerknirschtes Smiley zurück. „Ich hatte vergessen Dir zu sagen, dass du die Brühe auch weglassen kannst, wenn du das Fleisch gut würzt.“ Ist für den nächsten Versuch bereits notiert.

Advertisements

Über Messerschaf

Ich bin eine Österreicherin, die in Deutschland lebt und vom eigenen Bauernhaus mit großem Garten träumt. Ich liebe das Leben, zu schreiben, fotografieren und einfach in der Natur zu sein. Neben dem Krafttraining bin ich eine leidenschaftliche Bäckerin, dafür beim Kochen leider etwas unbegabt! Das wiederrum kann mein Goldschatz, den ich vor 5 Jahren kennengelernt habe und seit 2 Jahren mein Ein nennen darf, perfekt drauf. Bin ein klein bisschen verrückt und habe mir einen Teil meiner kindlichen Unbeschwertheit bewahrt. Ich lache nicht nur allgemein sehr gerne, sondern auch mal über mich selbst, denn ein bisschen tollpatschig bin ich schon!
Dieser Beitrag wurde unter Kurioses Küchen-Chaos veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Msserschafs kuriose Kochgeschichten

  1. Flohnmobil schreibt:

    Dazu fällt mir jetzt grad nichts Intelligenteres ein, als dir zu sagen, dass auch mir, mit wesentlich mehr Küchenerfahrung, ab und zu mal was in die Hose geht. Aber mein innig geliebter Mitesser ist da zum Glück auch sehr tolerant. Sein Kommentar lautet in so einem Fall einfach: „Wieso kochst du nicht wieder mal etwas, das du schon kannst?“

    • messerschaf schreibt:

      Ein Hoch auf unsere Mitesser, würd ich sagen…. Öhm.. Oh… also die männlichen Mit-Esser, nicht die Pubertätsbedingten 🙂
      Ich hab auch einige Gerichte, die ich blind kann, aber ich will ja auch mal was Neues versuchen.

  2. Spottdrossel schreibt:

    Krustenbraten ist schon die ganz hohe Kunst – im Holzofen habe ich die Kruste auch schonmal versehentlich eingeäschert, weil der Braten den Thermometerfühler abgeschirmt hatte… Auf Chefkoch habe ich eine Variante gefunden, wie das auch ohne Zusatzgewürze und Wendemanöver klappt: die Dame empfiehlt, den Braten mit der Schwartenseite in Wasser vorzuweichen. Wie lange, weiß ich nicht mehr auswendig, die Ofen/Krustenbratensaison hat ja erst begonnen( 2 stunden..?), aber dadurch wird die Schwarte später so schön aufgeplustert und man kann dann nach eigenem Gefühl & Augenmaß würzen.
    Obwohl ich durch meine Oma etwas Kümmel-vorgeschädigt bin, reibe ich auch ordentlich Kümmel in die Schwarte – in dem Zusammenhang schmeckt er gut und macht die Cholesterinparty bekömmlicher ;-).

    • messerschaf schreibt:

      Das mit dem Vorweichen gleicht ein bisschen dem was ich gemacht habe. Ich werde mich mal auf die Suche nach dem Rezept begeben. Das hört sich vielversprechend an und braucht wohl kein Wende-Geschick 🙂
      Bei mir waren jetzt Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Knoblauch, Thymian, Rosmarin und Basilikum am Start… Auf Gemüsebrühe werde ich zukünftig bei dem Braten auf jeden Fall ganz verzichten… *grusel*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s