Glücksbringer

Pünktlich zum ende der Turniersaison, kam mein Glücksbringer bei mir an, den ich mir von Roland von der Trollschmiede, eigens habe anfertigen lassen.

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Der Anhänger hat die Form einer historischen Pfeilspitze. Den Bogenschützen habe ich gewählt, weil ich das Bogenschiessen liebe und es ein Teil von mir ist. Außerdem ist der Bogenschütze in der Geschichte ein Krieger / Kämpfer und ich hatte nach der Trennung von meinem Mann sehr zu kämpfen, um mein Leben auf die richtige Bahn zu lenken (natürlich auch dank meiner wundervollen Eltern und meines lieben Freundes).

–> Er bedeutet für mich, niemals aufzugeben.

Der Schütze auf meinem Amulett blickt nach rechts – in die Zukunft. Sein gezogener Bogen mit dem aufgelegten Pfeil richten sich direkt nach rechts (nicht nach oben oder unten).

–> Dies bedeutet für mich, dass ich allem, was noch kommen mag, entgegentreten werde und jede Hürde meistern werde. Ich werde keine Umwege suchen oder davonlaufen, sondern mich direkt mit dem Problem / der Hürde konfrontieren.

Das wollte ich einfach kurz mit Euch teilen.

Und wenn jemand jetzt selbst eine Idee hat, kann er gerne mit Roland in Kontakt treten 🙂

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Einmal mit Profis…

Nachdem das Landratsamt mir gesagt hat, es könne meine Adresse in den Fahrzeugpapieren meines Motorrades nicht ändern, weil mein Motorrad keinen TÜV hat, habe ich das Bike abholen und in die Werkstatt bringen lassen mit dem klaren Auftrag „1x TÜV und ASU bitte“

Seit 3 Wochen versuch ich nun die Werkstatt telefonisch zu erreichen. Entweder is besetzt oder es geht keiner ran… über meinem Kopf formt sich also langsam eine schöne dunkle Gewitterwolke.

Heute also wieder den Marathon gestartet und alle 60 Minuten das Telefon heissklingeln lassen. Und TADAAAAAAAAAAAAAA da ging jemand ran. (Uch hab mir das Jubeln dann doch verkniffen)

Den fragte ich ganz vorsichtig, wie den der Status unsrer Motorräder sei. „Ja, wissen sie, die beiden Batterien sind vollkommen hinüber und wir wussten jetzt nicht ob wir sie ersetzen sollen oder nicht…“

ERNSTHAFT???? Also ich bin wahrscheinlich ein verwöhntes Kind, aber meine Autowerkstatt ruft mich an, wenn es fragen gibt und wartet nicht bis mir irgendwann mal auffällt, das da nix vorwärts geht.

Ich hab dann tief durchgeatmet und ihm gesagt, dass er sie bitte austauschen soll. (War ein älterer Herr und wenn ich das Recht verstanden habe schmeisst er die Werkstatt grad alleine weil alle in Urlaub oder krank sind).

Was denn sonst noch gemacht werden soll… TIEF DURCHATMEN.

Ich hab bei der Beauftragung der Abholung ganz klar gesagt was gemacht werden muss und der Hansel am Telefon meinte auch dauernd was von „Hab ich notiert“… na offensichtlich nicht 😦

So. Jetzt ruf ich Anfang nächste Woche nochmal an und hoff, dass sie bis dahin fertig sind. Das Landratsamt brummt mir nämlich Gebühren auf, wenn die Dumpfbacken das nicht rechtzeitig gebacken bekommen.

Beim nächstem mal weiss ich, Service wird hier ganz klein geschrieben.

(Uns wurde auch gesagt unsre Motorräder hätten 2 Jahre TÜV. Dummerweise hab ich das 2015 nicht geprüft als ich sie abgeholt habe.. beim ersten Frühlingserwachen dieses Jahr fiel es dann erst auf – Beschiss!)

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Kampf dem Müll – nächste Runde

Ich hab mich ja hier bereits „löblich“ über die AVR und ihr Chaos geäußert.

Wir kommen Ende Juli vom Urlaub heim: Hossa! Eine schwarze Tonne. Die Freude hält genau 1 Minute und zwar bis ich feststelle, dass keine grüne Tonne daneben steht. OK vielleicht liegt ja ein Schreiben in der Post,d ass sie schüchtern ist und Verspätung hat o.ä.

Am nächsten Tag habe ich die komplette Post gewälzt – 2 Schreiben der AVR mit 2 verschiedenen Kundennummern – Toll. Ich prüfe zusätzlich mein Online-Banking. 120 Euro hat die AVR abgezogen. Wunderbar. Dann sehe ich „Geplante Abbuchung AVR 120 Euro.“ Die Kundennummer natürlich nicht identisch. Mein Kamm schwillt an, der Blutdruck gefühlt auf 200.

Ich greife zum Hörer und rufe die AVR an. Sachbearbeiter 972 geht ran (Ich glaub ich kenn sie demnächst alle)

Ich: „Erstmal Hurrah. Sie haben es wirklich geschafft uns die schwarze Tonne zu liefern.“

SB972: „Das freut mich, dass sie zufrieden sind“ (Er hat meinen scharfen Unterton elegant überhört)

Ich: „Und wo habt ihr die grüne Tonne versteckt?“

SB972: „Moment ich schau ins System“ *klackern einer Tastatur* „Die muss vom Vermieter bestellt werden.“

Ich atme tief durch um den Kerl nicht durch den Hörer zu ziehen. So gefasst wie möglich frag ich ihn warum wir beide gemeinsam das letzte Mal beim Kollegen Maier angerufen haben, dem wir extra gesagt haben, dass er neben mir sitzt falls er noch was klären muss, wenn es dann wieder heisst er müsse anrufen und das bestellen.

Ja, da könne er nichts für und das war sicher ein Missverständnis… ne is klar. Euer ganzer Laden ist ein Missverständnis. Er bleibt dabei: De Vermieter muss anrufen und sagen, dass Messerschaf eine grüne Tonne braucht. KNIRSCH.

Ich: „Und warum werden bei mir 2x Gebühren abgebucht mit verschiedenen Kundennummern?“

SB972: „Das kann nicht sein“ (Immer gut, dem Kunden zu sagen, dass er lügt)

Ich: „Die Schreiben liegen vor mir, ich kanns Ihnen gerne durchgeben.“

SB972: „Dafür sind wir nicht zuständig, das macht das Landratsamt. Ich verbinde.“ Klick.

Ich warte während mir die Zirkusvariante von „Für Elisa“ langsam das Trommelfell zerstört.

Die Dame beim Landratsamt meldet sich. Ich beschreibe mein Problem. Sie hackt auf ihre Tastatur ein.

„Die ersten 120 Euro sind fürs erste Halbjahr, die zweiten 120 Euro sind fürs zweite Halbjahr. Das kam bei Ihnen jetzt halt alles in einem Monat zusammen.“

Mein Blut kocht. „Warum buchen Sie bitte fürs erste Halbjahr ab??? Ich hatte doch nachweislich keine Tonne!!!“ (GEHTS NOCH?!)

Dame „Ja, das kriegen Sie dann am Jahresende zurückerstattet.“ GANZ GANZ TOLL. Das es Menschen gibt, die ein Haushaltsbuch führen und die ihre Finanzen planen und für die so spontan mal 240 Euro mehr im Monat ein Problemchen darstellen könnten, darauf kommen die Pappnasen nicht!

Und das mit den zwei Kundennummern sei ein Druckfehler. Aha! Ich wart mal entspannt bis Jahresende ab … Ich befürchte ja ich bekomme dann zwei Rechnungen oder so ein Spass oder ich bezahl für die Mieterin unten mit… Ich glaub das Chaos ist noch nicht entwirrt.

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Die Hühnerflüsterin

Ich war gerade dabei das Paket für Spottdrossel zuzukleben, als ich von meinem Freund ein besorgtes „Schaaaaaaaaaatz… wir haben Besuch“ vernahm. Dass er dabei aus dem Fenster sah, ließ nur eine Schlussfolgerung zu: Die Hühner vom Nachbarn waren wieder in unser Salatbuffet eingedrungen und suchten nach Delikatessen.

Ich hüpfe sofort in die bereitstehenden Gummistiefel und sause zum Gartentor.

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Nebendran stehen schon meine lieben Nachbarn Da-wächst-eh-nix. „Uuuuuunneeeee, (tiefer Dorfdialekt, heisst so viel wie „und?“) wächst was?“ Dumme Frage, als ob sie nicht schon längst übern Zaun geguggt hätten. „Jupp. Ich hab allerdings grad Besuch vom Nachbargrundstück.“ „Achgott die Hühner… die fressen ihren ganzen Salat.“

Auf den ersten Blick stand alles Grünzeug noch an seiner Stelle. Direkt vor mir blickten mich die Augen von Mama-Huhn und Magdalena an als wollten sie sagen „Wir haben nix gemacht.“ „Mädels, ich mag euch, aber ihr seid auf der falschen Seite des Zaunes, also ab nach Hause mit euch.“ Ich laufe langsam einen Schritt auf die Beiden zu, die gemächlich Richtung Zaun schreiten. Na dann bin ich mal gespannt wo ihr dieses Mal durch seid. Im selben Augenblick als sich die beiden in Bewegung setzen taucht neben mir der Kopf von Zorro auf, der entscheidet es wäre klüger seiner Mama zu folgen. Die 3 marschieren Richtung Zaun, ich seh das Loch. AHA! Und die Mannschaft läuft dran vorbei weiter am Zaun entlang. Ne nix da. Ich überhole sie in weitem Bogen um sie nicht mehr als nötig zu stressen, da taucht vom Komposthaufen-Eck Huhn Nummer 4 ums Eck. Ich könnte schwören sie wollte gerade comicmäßig wieder zurück ums Eck als sie mich gesehen hatte in der Hoffnung ich hätte sie nicht bemerkt. War aber nix. Mit einem „Aha, wo kommst du denn her?“ schau ich sie an und sie flüchtet zu den anderen… quer durch unsre Salate. Ich werfe einen kurzen besorgten Blick auf mein Abendessen und stelle fest: nichts angepickt, sehr brav.

Mama und die beiden Küken laufen derweil am Zaun auf und ab und blicken mich vorwurfsvoll an. „Wir können uns nicht mehr daran erinnern, wie wir hierhergekommen sind… Und es gibt hier auch keinen Weg zurück. Kuck, wir geben uns alle Mühe und suchen doch.“ Nene Mädels, nicht mit mir.

Ich rede weiter beschwichtigend auf sie ein, begleite sie von einer Ecke zur anderen und Zack verschwindet Magdalena wieder durch den Zaun. Die andren tun so als hätten sie nichts gesehen. Nach einigen Minuten hab ich dann auch Mama und Zorro drüben. Huhn Nummer 4 kostet mich dann noch ein bisschen länger aber schließlich ist auch das wieder auf dem richtigen Grundstück.

Keine Minute später kommt ihr Besitzer auf dem Fahrrad an. Na ihr seid mir welche. Erst ausbüchsen und dann aber schnell wieder heim bevor der Chef kommt und es Ärger gibt weil er sieht, dass man sich nicht an den Gartenarrest gehalten hat.

Er grüßt freundlich und ich berichte, dass ich gerade seine Damen nach Hause begleitet habe. Er seufzt und lässt sich von mir das Loch zeigen, dass ich mehr schlecht als recht mit den vorhandenen Mitteln versucht habe zuzuknüpfen.

Mal schaun wo sie es als nächstes versuchen 🙂

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Urlaubsplanung

Da unser ursprünglicher Plan für August ins Wasser gefallen ist, haben wir beschlossen in die Lombardei zu fahren um dort an den Europameisterschaften für prähistorische Jagdwaffen teilzunehmen.

Nach zwei Fehlversuchen per Fax wurde die Anmeldung ganz unbürokratisch per Mail verschickt.

Dann die Route ausgekuckt. ca. 700 km durch die Schweiz und ein bisschen Toblerone und Liechtenstein anschaun oder über Österreich. 3 Länder an einem Tag – das klingt nach Abenteuer. Wir nehmen die Route über die Schweiz.

Da ich beruflich viel damit zu tun habe Kollegen zum Arbeiten in die Schweiz zu schicken und ich ein gewissenhaftes Schaf bin, dachte ich, mache ich mich mal schlau ob wir da was beim Zoll anmelden müssen, wenn wir da durchs Land geistern. Und immerhin haben wir ja auch Bögen und Pfeile dabei.

Also Email an den deutschen Zoll geschrieben ob sie da was wissen. Antwort: ich soll mich an den Schweizer Zoll wenden.

Dort habe ich erst mal alles durchgelesen, was so an Formularen und Links zum Thema aufgetaucht ist, wurde aber nicht wirklich schlauer. Also auf den Button „Sie haben Fragen?“ geklickt. Kurz geschildert, was wir alles dabeihaben werden und dass ich aus den Infos auf ihrer Webseite nicht schlau werde und gerne Gewissheit hätte, ob ich was tun muss.

Antwort kam eine Stunde später: Copy & Paste von dem Text auf der Homepage, den ich ja, wie ichs geschrieben hatte, nicht verstanden habe. Toll.

Ich werd die Mail jetzt ausdrucken, die Einladung zur Veranstaltung und hoffen, dass das im Notfall so langt.

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Eichhörnchen-Modus oder die Jagd nach den Nüssen

Da in unsrem tollen kleinen Garten ein Walnussbaum steht bin ich im Netz mal auf die Suche gegangen, was man sinnvolles darauf machen könnte.

Die Idee selbst Walnussöl herzustellen verwarf ich ganz schnell wieder. 2 – 3 kg Nüsse für 1 Liter. So viel würde ich dieses Jahr nicht mehr zusammenbekommen.

Dann wurde ich auf Nocino aufmerksam. Ein italienischer Walnusslikör. 29 Nüsse, ein paar Gewürze und Trinkalkohol bzw. Weingeist. Der Preis für 1 Liter Weingeist empfand ich dann dennoch als zu hoch um es eventuell beim ersten Versuch zu versauen. Also hielt ich Ausschau nach Alternativen und fand zwei Rezepte – einmal mit Grappa und einmal mit Vodka.

Gestern dann die Jagd nach den Walnüssen. Eigentlich sollten diese ma 24. Juni geerntet werden. Da dieses Jahr allerdings das Wetter auch etwas verzögert ist, denke ich Anfang Juli könnte gefühlt noch als 24 Juni durchgehen. Die erste Nuss kurz mit der Stricknadel angepikst und für weich genug empfunden.

Da wir aber in den letzten Tagen eifrig den Baum gestutzt hatten, waren die auf Kopfhöhe hängenden Äste mitsamt ihrer Beute natürlich schon weg. Kurzerhand handelte ich mit meinem Schatz einen Deal aus: Ich geh heute kochn, dafür gehst du jetzt mit Leiter und Rechen 58 Walnüsse jagen. Gesagt getan.

Abends vorm Fernseher hab ich dann noch alle Fundstücke ordnungsgemäß mit einem Tuch abgewischt. Wenn am Samstag dann wie gewünscht meine 3-Liter-Gläser da sind, kann angesetzt werden.

Wir sind gespannt.

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Die ersten Schritte bzw. Spatenstiche

Das Wetter schien zu halten, also schloss ich um 15 Uhr die Bürotür hinter mir und sauste zum nächsten Baumarkt. Schnell 3 Kletterpflanzen, Hasendraht, einen Besen und diverse Samen gekauft und ab nach Hause in die Arbeitsklamotten.

Mit allerlei Werkzeug bewaffnet marschierten mein Freund und ich in unseren Grünstreifen und begannen die Brennnessel zu entfernen, wo später die Beete entstehen sollten. Nach einigen Minuten kam noch der Vermieter dazu und gab einige Tipps aus seiner Erfahrung als Großbauer. Mit seiner Hilfe fiel auch der erste Ast unsres Walnussbaums der Säge zum Opfer, da dieser zu weit in die Beete ragen würde.

Er fragte uns, ob wir auch Hühner halten wollten und wir eröffneten ihm, dass wir das durchaus in Betracht ziehen in naher Zukunft. Seine Freundin würde nämlich auch gerne Hühner haben und er könne ja selbst schlachten… da könnte man sich ja zusammentun. Da das Grundstück hinter unsrem Garten auch ihm gehört und der Pächter am Ende des Monats gegangen war, würde sich dieses Fleckchen perfekt für Stall und Auslauf eignen. Wir begutachteten alles, sponnen noch ein bisschen rum und beschlossen an dem Vorhaben festzuhalten. Ein paar Masthühner, ein paar Eierlieferanten, die dann später in die Suppe kommen sollten. Perfekt.

Die Brennnessel waren entfernt, die Erde umgegraben und ich konnte endlich grob die Beete markieren. Pünktlich standen zwei bisher nie gesehene Nachbarn am Tor und fragten, ob sie Walnüsse haben dürften um Likör anzusetzen. Na klar. Ich winke sie herein und wir quatschen ein bisschen. Dann kommts.

„Unterm Nussbaum wächst aber nix, die Mühe hätten sie sich garnicht machen brauchen.“

… Ich glaub nicht, dass meine Salat sich von 1 Ast gestört fühlen. Und der zweite kommt noch weg. Und das bissl Laub, das da runterfällt kann man wegmachen, wenn man gießen geht…

„Ohgott ihr habt euch eine Clematis gekauft. Die ist Unkraut und wächst wie verrückt alels zu. In einem Jahr werdet ihr euch an meine Worte erinnern.“

… Also ich schneide meine Pflanzen, wenn sie in ungewünschte Richtungen wachsen…

„Oh die Nüsse haben auch alle brauen Punkte…“

… Ja, Natur und ungespritzt. *kopfschüttel*

Nach 3 Stunden hatten wir dann die Samen in der Erde und gegossen und beten nun, dass irgendwas davon tatsächlich aufgeht.

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I´m gardening in the rain

Ich bin die letzten Wochen wettertechnisch vom Pech verfolgt. Unter der Woche komm ich selten vor 18 Uhr heim, da ist nichts mehr mit Gartenarbeit. Samstags helf ich meinen Eltern in deren Garten und wenn ich danach noch Zeit habe und gerade in meinen Garten hüpfen wollt, fängt es natürlich an zu regnen. Toll.

Dementsprechend wurde aus der Wildnis, die der Vorbesitzer hinterlassen hat ein Dschungel.

Samstag regnete es wieder. Wozu kauft man sich aber teure Gartenklamotten, wenn man dann Angst hat nass zu werden?! Kurz die Nase rausgestreckt und Temperatur für warm genug befunden. Dann ab in die Arbeitshose und die Gummistiefel und das Gartenwerkzeug aus der Schweinestall-Abstellkammer gezerrt. (Ich liebe diese Kammer)

Vermieter und Schreiner werkelten gerade im Hof und schüttelten grinsend die Köpfe als ich bepackt über die Straße marschierte. Bevor ich das Tor öffnen konnte, musste ich es allerdings erst einmal „freimähen“. Handmäher raus und die Sache war erledigt. Die mannshohe Distel hat so nah am Feldweg auch nichts zu suchen und musste mit einem beherzten Spatenstich mitsamt Wurzel weichen.

Bevor ich aber in den Garten konnte, erregten die über den Zaun hängenden Äste meine Missgunst. `Die schneid ich noch schnell´ … dacht ich, leichtsinnig und unerfahren wie ich bin. Die Äste entpuppten sich als 4 Meter hohe Hagebutten. Ich mag ja Hagebutten-Tee… das war bevor ich wusste, was für fiese Dornen diese Büsche haben. Eine halbe Stunde später sah mein Arm aus, als hätte ich mich gerade mit der Nachbarskatze um die letzte Maus duelliert aber der Kollege Hagebutte war 2 Meter kürzer. (Und ja, ich hab vorher geguggt ob da ein Nest drin ist).

Jetzt konnte ich ja endlich hinten im Garten mal das ganze Holz zersägen, das da unterm Nussbaum lag … dachte ich. Wo einst ein Weg den Garten in zwei Hälften teilte, erwartete mich hüfthohes Gras. Prima. Je weiter nach hinten ich blickte, umso mehr Brennnesseln standen zwischen den Grashalmen. Es half alles nichts. Ich packte mir meine Hacke und begann Moos und Gräser Zentimeter für Zentimeter von den Betonplatten zu kratzen und zur Seite auf einen Haufen zu werfen. Es dauerte Stunden (kein Witz) bis ich am Ende angekommen war und endlich das kleine Törchen öffnen konnte, in dem ich mich mit meinem ganzen Kampfgewicht dagegen warf.

Auch hier ein Bild des Jammers und der sehnsüchtige Wunsch nach eine Machete. Minibäumchen für Minibäumchen entwurzelte ich und warf alles neben die Häufen „dicke Äste“ und „dünne Äste“ auf den neuen Haufen „Grünschnitt“.

Als die eine Seite endlich in Ordnung war, zog ich von der anderen Seite Ast für Ast für Ast aus dem vermoderten Haufen, zersägte oder zerschlug ihn und sortierte ihn auf einen der Häufen zum späteren Abtransport. Mittlerweile hatte es zum fünften Mal begonnen zu regnen. Ich war nass bis auf die Haut (außer an den Füßen – Gummistiefel sei Dank), verdreckt bis zu den Haarspitzen und verkratzt wo es nur ging.

Nach 5 Stunden (!!!) konnte ich endlich den Boden einigermaßen einebnen und die kleine Vertiefung für den Kompost ausheben. Eine doppelte Lage Drahtgeflecht und ein feinmaschiges Netz sollen nun verhindern, dass verfressene Biester meinen Kompost ausgraben und in der Nachbarschaft verteilen. Komposter drauf und das ganze ordentlich von allen Seiten mit Erde befestigt. Voila.

Ich blickte mich um und war zum ersten Mal ein kleines bisschen Stolz auf mich. Man konnte sehen, dass sich etwas getan hatte.

Das Ausheben der Beete verschob ich allerdings, ebenso das Legen der Waschbetonplatten als Weg zum Komposthaufen um sich nicht immer Matsch-Füße zu holen. Ich hatte Hunger und Durst.

Völlig eingesaut trat ich durchs Hoftor und wurde von Vermieter und Schreiner grinsend betrachtet und erntete ein anerkennendes Nicken und verbales Schulterklopfen „Mit dir kann man halt was anfangen.“ 5 Minuten später hielt ich eine Flasche Radler in der Hand und plauschte noch ein wenig bis mich dann endgültig die Dusche rief.

(Das Zitronenknipps war übrigens den ganzen Regen mit draußen und es hat ihm nicht das kleinste bisschen was gemacht).

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Kampf dem Müll

Lang war nichts zu lesen dank langer Arbeitstage und einleben in der neuen Umgebung (und anfangs fehlendem Internet)

Als wir in Februar in unsre geliebte neue Wohnung einzogen, waren wir glücklich.

Montags konnte man sich schon fast wieder ohne Bergsteigerausrüstung bewegen, also beschloss ich im Internet unsre Mülltonnen zu bestellen.

Formular brav ausgefüllt, senden geklickt. Prima.

Einen Tag später panische Email von Sachbearbeiter 1, ich soll ihn DRINGEND anrufen. Es gäbe da ein Problem. (Wär ja auch zu schön gewesen)

  1. Anruf. Ich ruf an. „Ja. Da wohnt ja schon eine Frau Blubb in dem Haus.“ „Ja. Die ist vor uns eingezogen.“ „Die hat Mülltonnen beantragt. Da das aber anscheinend ein Mehrfamilienhaus ist, muss das der Grundstücksbesitzer bzw. Vermieter machen. Er soll sich schnellstens melden um das zu klären.“

Ich sag Vermieter Bescheid, er ruft an und ich bekomme folgende Rückmeldung. „Alles kein Problem, ich soll dort anrufen, wär jetzt geklärt.“

  1. Anruf, Sachbearbeiter 2, ich erkläre alles und bin schon voller Vorfreude. „Der Vermieter muss jetzt die Mülltonnen von Frau Blubb erst mal übernehmen, dann können unsere dazu beantragt werden. Oder Frau Blubb zahlt künftig für alle im Haus und verrechnet es mit uns.“ SEUFZ. Vermieter soll sich melden.

Ich sag wieder dem Vermieter Bescheid, wir beide schon etwas angesäuert über den Chaotenhaufen AVR. Ich bekomme einige Tage später Rückmeldung. Es wäre jetzt geklärt, ich könne anrufen die Mülltonnen bestellen.

  1. Anruf, Sachbearbeiter 3. Ja alles gut, kann er machen. Er braucht aber die AVR Kundennummer vom Vermieter. Ich, schon genervt, schreibe alles auf und rufe den Vermieter an. Der hat aber keine AVR Kundennummer weil er als Selbstständiger / Gewerbetreibender die Sache anders regelt. Gut.

Wir verabreden uns also bei uns im Wohnzimmer um gemeinsam bei den Chaoten anzurufen. Gesagt getan. Plan dieses Mal. Wir stellen uns doof als hätten wir noch nie was mit denen besprochen.

Es klingelt. Sachbearbeiter 279 geht ran. „Tag, wir sind hier in ein Mehrfamilienhaus eingezogen und wollten Mülltonnen beantragen. Der Vermieter sitzt auch neben mir, falls Sie von ihm etwas brauchen.“ Er fragt nach Adresse etc. Alles gut, Er schickt die Unterlagen, der Vermieter muss nur unterschreiben.

Name des Kollegen 279 ist notiert. Wer weiß wann man den mal braucht.

(Das ganze dauerte übrigens deswegen Monate, weil der Vermieter Bauer ist und wir genau Erntezeit hatten. Außerdem sind meine Arbeitszeiten auch nicht gerade behördenfreundlich).

Wir warten jetzt gespannt auf die Ankunft der Tonnen 🙂

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Kampf ums Internet

Seit 7 Wochen plag ich mich nun schon mit dem Kundendienst der bunten Artischocke (Unitymedia … ehemals Kabel BW) herum. ich dacht mir so „Ich zieh um, nehm die Box mit, meld bei denen an, dass ich umzieh, steck alles wieder an –> funktioniert!“

VON WEGEN!

Nachdem die es verbaselt hatte meinen Anschluss bereits zum 1.2. umzustellen, sollte ich mich nun bis zum 1.3. gedulden. Nicht mir mir. Ich also per Twitter meinen Kundendienstberater drauf hingewiesen, dass ich derzeit für Leistungen bezahle ohne sie nutzen zu können und das das mal garnicht geht. Er würde den Prozess beschleunigen. Sobald der Router da sei solle ich mich melden, dann würde er mich SOFORT freischalten.

Prima.

1 Woche später war das schicke Teil dann da. Ich alles nach Gebrauchsanweisung verkabelt – Licht blinkt grün… sollte aber eigentlich durchgehende weiß leuchten.

2 Tage rumprobiert dann wieder meinen Kundendienst-Hansel angeschrieben, dass das so nicht geht. Ob ich denn alles richtig angeschlossen hätte. (DAS lieb ich ja: erst mal dem Kunden Dummheit unterstellen). Ich nicht blöd alles abfotografiert und geschickt. NIMM DAS! Kurz darauf ein „Das ist seltsam, ich mache ein Ticket auf.“

Eine weitere Woche später bekomme ich jetzt eine Email von einem Unternehmen, dass von der Artischocke beauftragt worden ist unsren Anschluss sauber anzuschließen (und zwischen den Zeilen: festzustellen ob denn überhaupt schon ein Kabelanschluss vorhanden ist…. ).

Achtung:

„Wir haben mehrfach versucht sie anzurufen.“ –> Also seltsamerweise habe ich 0 verpasst Anrufe auf dem Handy. (Und die haben meine richtige Nummer: Das sieht man nämlich im Online-Portal)

„Wir benötigen…. sowie das Einverständnis des Eigentümers bzw. der Hausverwaltung.“ –> Also mein Vermieter ist Bauer (er besteht darauf so genannt zu werden. Landwirt ist für ihn eine schwere Beleidigung) und hat kein Internet… Das heisst ich ruf ihn jetzt an und sag ihm, dass er mir einen Zettel einwerfen soll, wo draufsteht, dass die Hansel an alle Zugangspunkte ran dürfen. Das kann also dauern weil ja jetzt die Felder bestellt werden müssen… Meine Aussage, dass bei der Sanierung vor einigen Monaten alles an Anschlüssen gelegt wurde langt da natürlich nicht.

Jetzt wart ich noch auf die Frechheit, dass sie mir diesen Monat wieder die Kosten für den Vertrag abbuchen ohne dass auch nur ein Fitzelchen davon funktioniert oder, dass sie mir die dämlichen Techniker in Rechnung stellen. Dann steh ich aber mal persönlich vorm Gebäude und frag sie ob sie noch ganz dicht sind.

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